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Trailing vs. statischer Drawdown: Unterschied und Beispiele

October 19, 2026
Trailing vs. statischer Drawdown: Unterschied und Beispiele

Ein statischer Drawdown ist eine feste Verlustgrenze. Sie hängt meist am Startkapital und bewegt sich nie, egal wie gut Sie traden. Ein Trailing Drawdown wandert mit Ihrem Kontohoch nach oben und fällt nach Verlusten nicht wieder zurück. Ob dieses Hoch in Echtzeit (intraday) oder erst zum Tagesschluss (End-of-Day, EOD) gemessen wird, entscheidet in der Praxis über bestandene oder verlorene Prop-Firm-Konten. In diesem Leitfaden rechnen wir alle drei Varianten an derselben Handelswoche durch. Danach wissen Sie, welche Regel zu Ihrem Stil passt und worauf Sie vor dem Kauf einer Evaluation achten sollten.

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TL;DR

  • Statischer Drawdown: Die Grenze liegt fest, zum Beispiel 2.000 USD unter dem Startkapital. Gewinne vergrößern Ihren Puffer.

  • Intraday-Trailing: Die Grenze folgt Ihrem höchsten Kontostand inklusive offener Gewinne in Echtzeit. Das ist die strengste Variante.

  • EOD-Trailing: Die Grenze rückt nur einmal am Tag nach, auf Basis des Tagesschlusses. Schwankungen im laufenden Trade heben sie nicht an.

  • Lock: Viele Trailing-Regeln stoppen ab einem bestimmten Punkt, oft beim Startkapital. Ohne Lock wird Ihr Spielraum mit jedem neuen Hoch knapper.

  • Prüfen Sie vor dem Kauf: Messbasis (Balance oder Equity), Zeitpunkt (intraday oder EOD), Lock-Punkt und ob die Regeln nach der Finanzierung gleich bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was der Drawdown bei einer Prop Firm bedeutet

Im Portfolio-Management beschreibt Drawdown den Rückgang vom Hoch zum Tief. Bei Prop Firms hat der Begriff eine engere Bedeutung: Er ist die Mindestgrenze, über der Ihr Konto bleiben muss. Fällt der Kontostand auf oder unter diese Linie, ist die Evaluation oder das finanzierte Konto verloren.

Drei Fragen bestimmen, wie eng diese Grenze tatsächlich ist:

  1. Wo startet sie? Meist liegt sie einen festen Betrag oder Prozentsatz unter dem Startkapital.

  2. Bewegt sie sich? Bei statischen Regeln nein, bei Trailing-Regeln ja, aber nur nach oben.

  3. Was wird gemessen? Entweder die Balance, also das Ergebnis geschlossener Trades, oder die Equity, also Balance plus offene Gewinne und Verluste.

Dazu kommt bei vielen Anbietern ein tägliches Verlustlimit. Das ist eine zweite Regel, die nur für den einzelnen Handelstag gilt. Verwechseln Sie die beiden nicht: Das Tageslimit setzt sich jeden Tag zurück, der maximale Drawdown begleitet Sie über die gesamte Lebensdauer des Kontos.

Statischer Drawdown: die Grenze, die stehen bleibt

Beim statischen Drawdown ist die Rechnung einfach. Ein 50.000-USD-Konto mit 2.000 USD maximalem Drawdown hat eine Grenze bei 48.000 USD. Diese Linie bleibt dort, ob Ihr Konto auf 55.000 USD steigt oder an Tag eins auf 49.000 USD fällt.

Was dafür spricht:

  • Jeder Gewinn vergrößert Ihren Puffer. Bei 53.000 USD Kontostand haben Sie 5.000 USD Luft statt 2.000 USD.

  • Sie müssen nie nachrechnen, wo die Grenze gerade liegt.

  • Trades mit großem Gewinnpotenzial und tiefem Rücksetzer verlieren ihren Schrecken, sobald Sie etwas Gewinn aufgebaut haben.

Was dagegen spricht:

  • Anbieter gleichen das großzügige Modell oft mit anderen Stellschrauben aus: höhere Gebühren, kleinere Grenzen, strengere Tageslimits oder zusätzliche Regeln.

  • Am Anfang, bevor Gewinne aufgebaut sind, ist der Puffer genauso klein wie bei jeder anderen Variante.

Trailing Drawdown: die Grenze, die mitläuft

Ein Trailing Drawdown ist laut dem Leitfaden von Prop Firm Compare eine dynamische Verlustgrenze, die mit jedem neuen Gewinnhoch nach oben rückt und nie nach unten zurückgesetzt wird. Der Abstand zwischen Hoch und Grenze bleibt gleich. Ihr Puffer wächst also nicht mit Ihren Gewinnen. Er bleibt im besten Fall konstant.

Entscheidend ist, wann das Hoch erfasst wird. Hier gibt es zwei Modelle.

Intraday-Trailing: Echtzeit, inklusive offener Gewinne

Beim Intraday-Trailing wird die Grenze laufend nachgezogen, sobald die Equity ein neues Hoch erreicht. Das gilt auch für Gewinne, die Sie nie realisieren. Läuft ein Trade auf +1.500 USD und dreht dann auf +200 USD, liegt Ihre Grenze trotzdem 1.500 USD höher als vorher.

Genau hier scheitern viele Trader. Sie sehen auf dem Konto einen kleinen Gewinn und übersehen, dass das kurze Hoch im offenen Trade ihre Grenze schon angehoben hat. Prop Firm Compare beschreibt dieses Muster als typischen Grund für verlorene Konten bei volatilen Positionen.

End-of-Day-Trailing: einmal täglich, auf Basis des Schlusskurses

Beim EOD-Trailing zählt nur der Kontostand zum Tagesende. Was zwischen Eröffnung und Schluss passiert, verschiebt die Grenze nicht. Ein Trade, der zwischenzeitlich auf +1.500 USD läuft und den Tag mit +400 USD beendet, hebt die Grenze um 400 USD an, nicht um 1.500 USD.

Intraday- und EOD-Grenze im Zahlenvergleich

Das hat zwei Folgen. Erstens dürfen Sie Gewinne im laufenden Trade arbeiten lassen, ohne dass Ihnen die Grenze hinterherläuft. Zweitens wissen Sie zu Handelsbeginn genau, wo die Linie für den ganzen Tag liegt. Tiefer eingestiegen in die Echtzeit-Variante sind wir in unserem Artikel Intraday Drawdown erklärt.

Rechenbeispiel: dieselbe Woche, drei Regeln

Die Zahlen hier sind ein Lehrbeispiel und kein Angebot eines bestimmten Anbieters. Annahme: 50.000-USD-Konto, 2.000 USD maximaler Drawdown, Startgrenze bei 48.000 USD.

  • Tag 1: Ein Trade läuft bis auf 51.500 USD Equity. Sie schließen den Tag bei 50.400 USD.

  • Tag 2: Höchststand 51.200 USD, Schluss bei 50.900 USD.

  • Tag 3: Ein Rücksetzer drückt die Equity bis auf 49.400 USD. Schluss bei 49.600 USD.

StatischIntraday-TrailingEOD-Trailing
Grenze nach Tag 148.000 USD49.500 USD (51.500 − 2.000)48.400 USD (50.400 − 2.000)
Grenze nach Tag 248.000 USD49.500 USD (kein neues Hoch)48.900 USD (50.900 − 2.000)
Tief an Tag 349.400 USD49.400 USD49.400 USD
Ergebnis an Tag 3Konto aktiv, 1.400 USD LuftKonto verloren, Grenze um 100 USD unterschrittenKonto aktiv, 500 USD Luft

Der Trader hat in allen drei Fällen exakt gleich gehandelt. Nur die Regel war anders. Mit Intraday-Trailing kostet ihn ein Gewinn, den er an Tag 1 nie mitgenommen hat, an Tag 3 das Konto. Mit EOD-Trailing übersteht er denselben Rücksetzer.

Wenn Sie eigene Szenarien durchspielen möchten: Der Trailing-Drawdown-Visualizer von Prop Firms Data zeigt Trade für Trade, wie sich die Grenze bei Intraday-, EOD- und anderen Modellen bewegt.

Der Lock: wann die Grenze aufhört zu steigen

Viele Trailing-Regeln haben einen Lock. Erreicht die Grenze einen festgelegten Punkt, meist das Startkapital, bleibt sie dort stehen. Ab diesem Moment verhält sich das Konto wie eines mit statischem Drawdown.

Beispiel: Bei 50.000 USD Start und 2.000 USD Drawdown greift der Lock, sobald Ihr Kontohoch 52.000 USD erreicht. Die Grenze liegt dann bei 50.000 USD und rückt nicht mehr nach. Jeder weitere Gewinn vergrößert Ihren Puffer.

Ohne Lock wandert die Grenze unbegrenzt mit. Sie haben bei 60.000 USD Kontohoch genauso wenig Spielraum wie am ersten Tag, nämlich 2.000 USD. Wer ein Konto langfristig halten und Auszahlungen beziehen will, sollte deshalb nach dem Lock-Punkt fragen, bevor er kauft. Achten Sie auch darauf, ob Auszahlungen den Lock-Punkt beeinflussen. Bei manchen Modellen senkt eine Auszahlung den Kontostand, aber nicht die Grenze.

Trailing Drawdown ist kein Trailing Stop

Der Name verwirrt viele Einsteiger. Ein Trailing Stop ist eine Order für einen einzelnen Trade. Laut dem Investor Bulletin der US-Börsenaufsicht SEC liegt der Stopp-Preis dabei nicht fest, sondern folgt dem Marktpreis in einem definierten Prozent- oder Dollarabstand. Wird er erreicht, wird die Order wie eine gewöhnliche Stop-Order zur Market-Order.

Der Trailing Drawdown ist etwas anderes:

Trailing StopTrailing Drawdown
EbeneEinzelne PositionGesamtes Konto
Wer setzt ihn?Sie selbstDie Prop Firm
Anpassbar?JederzeitNein, feste Regel
Folge bei AuslösungPosition wird geschlossenAlle Positionen werden geschlossen, Konto ist verloren

Sie können beides kombinieren, und erfahrene Trader tun das. Ein Stop-Loss pro Trade, der deutlich vor der Kontogrenze liegt, ist die einfachste Versicherung gegen einen Drawdown-Verstoß.

Welche Regel zu welchem Trading-Stil passt

Es gibt keine Regel, die für jeden die beste ist. Es gibt aber klare Muster.

Scalper mit engen Stops: Kurze Trades mit kleinem Ziel bauen selten große offene Gewinne auf, die dann wieder verschwinden. Intraday-Trailing trifft Sie weniger hart als andere. EOD bleibt trotzdem entspannter, weil Sie über den Tag nicht rechnen müssen.

Daytrader, die Gewinner laufen lassen: Wenn Ihre Trades oft deutlich ins Plus laufen und vor dem Ziel zurückkommen, ist Intraday-Trailing gefährlich. Jede Spitze hebt Ihre Grenze dauerhaft an. EOD-Trailing oder statisch passen besser.

Trader mit Positionen über Nacht: Hier zählt zusätzlich, ob Übernacht-Positionen überhaupt erlaubt sind und wie Gaps bewertet werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Swing Trading Prop Firm.

Einsteiger: Eine Regel, die Sie jeden Morgen einmal ablesen und dann vergessen können, reduziert Fehler. Das spricht für EOD oder statisch.

Ein Hinweis, wenn Sie außerhalb einer Evaluation mit eigenem Geld traden: Futures und CFDs sind gehebelte Produkte, Verluste können schnell entstehen. Klären Sie mit einem unabhängigen Finanzberater, ob solche Produkte zu Ihrer Lage passen, bevor Sie eigenes Kapital einsetzen.

Checkliste: die Drawdown-Regel vor dem Kauf prüfen

Die Bezeichnung auf der Preisseite reicht nicht. Fragen Sie diese sieben Punkte ab, im Regelwerk oder beim Support:

  1. Statisch oder trailing? Steht es klar in den Regeln oder nur im Kleingedruckten?

  2. Intraday oder EOD? Wird die Grenze in Echtzeit oder einmal täglich nachgezogen? Zu welcher Uhrzeit endet der Handelstag?

  3. Balance oder Equity? Zählen offene Gewinne zum Hoch?

  4. Gibt es einen Lock? Wenn ja, bei welchem Kontostand?

  5. Gilt die Regel auch nach der Finanzierung? Manche Modelle wechseln vom Evaluations- zum Live-Konto die Drawdown-Art oder die Plattform.

  6. Wie wirken Auszahlungen? Verschiebt eine Auszahlung die Grenze oder Ihren Puffer?

  7. Gibt es zusätzlich ein Tageslimit oder Konsistenzregeln? Beides kann Ihren Spielraum weiter einengen.

Unsere vollständige Evaluation-Checkliste für Prop Firms geht über den Drawdown hinaus und deckt Gewinnziele, Mindesthandelstage und Auszahlungsschwellen ab. Wie das Gesamtmodell hinter Funded Trading funktioniert, erklären wir in Futures Prop Firm: So funktioniert Funded Trading wirklich.

So sehen wir das bei Profirms

Wir haben uns bewusst für ein End-of-Day-Drawdown-System entschieden. Der Grund ist einfach: Eine Grenze, die mitten im Trade nach oben springt, bestraft genau das Verhalten, das gute Trader auszeichnet. Wer einen Gewinner laufen lässt, soll dafür nicht mit einem engeren Konto bezahlen. Bei uns schmälert die Drawdown-Regel Ihren Gewinn nie intraday. Zählen tut der Stand zum Tagesende.

So sehen wir das bei Profirms — overview diagram

Das zweite Prinzip ist Transparenz. Eine Drawdown-Regel ist nur fair, wenn Sie sie vor dem Kauf vollständig verstehen. Deshalb gelten bei uns von der Evaluation bis zum Live-Konto dieselben Bedingungen. Kein Plattformwechsel nach der Finanzierung, keine Aktivierungsgebühr, keine Konsistenzregel, die Ihnen einen guten Tag nachträglich zum Problem macht. Auszahlungen erfolgen nach klar definierten Schwellen, und unsere Payout-Belege dokumentieren wir öffentlich.

Unser Rat an jeden Trader: Lesen Sie die Drawdown-Regel wie einen Vertrag. Rechnen Sie Ihre letzten zehn Handelstage einmal mit der Regel durch, bevor Sie kaufen. Wenn Sie dabei ein Konto verloren hätten, ist die Regel nicht die richtige für Sie. Das gilt bei uns genauso wie überall sonst.

Evaluation mit EOD-Drawdown starten

Wenn Sie eine Drawdown-Regel suchen, die Ihnen intraday nicht im Weg steht, finden Sie bei Profirms Futures-Evaluations zu einmaligen Preisen, ohne laufende Gebühren:

KontoPreis (einmalig)
25K Eval40 USD
50K Eval60 USD
100K Eval100 USD
25K Daily (tägliche Auszahlungen)60 USD

Sie behalten von Anfang an 90 % Ihrer Gewinne und können direkt nach dem Kauf mit dem Üben beginnen. Für CFD- und Krypto-Konten gibt es zusätzlich 2-Step-, 1-Step- und Instant-Programme, die Details stehen in den CFD-Regeln. Wie Drawdown, P&L und Auszahlungen im Konto angezeigt werden, sehen Sie in der Vorschau des Trader-Dashboards. Wenn Sie bereit sind: Wählen Sie Ihre Evaluation auf profirmsfutures.com.

FAQ

Was bedeutet Trailing Drawdown einfach erklärt?

Ein Trailing Drawdown ist eine Verlustgrenze, die Ihrem höchsten Kontostand in festem Abstand folgt. Steigt das Konto, steigt die Grenze mit. Fällt das Konto, bleibt die Grenze stehen. Ihr Puffer wird also nicht größer, solange kein Lock greift.

Was ist ein statischer Drawdown?

Ein statischer Drawdown ist eine feste Grenze, meist ein bestimmter Betrag unter dem Startkapital. Sie bewegt sich nie, unabhängig von Gewinnen oder Verlusten. Jeder Gewinn vergrößert daher den Abstand zwischen Kontostand und Grenze.

Ist EOD-Drawdown besser als Intraday-Trailing?

Für die meisten Daytrader ja, weil kurzfristige Spitzen im offenen Trade die Grenze nicht anheben. Sie kennen die Linie zu Tagesbeginn und müssen sie bis zum Schluss nicht neu berechnen. Scalper mit sehr engen Zielen spüren den Unterschied weniger, profitieren aber trotzdem von der einfacheren Planung.

Zählen offene Gewinne beim Trailing Drawdown mit?

Das hängt von der Regel ab. Beim Intraday-Trailing auf Equity-Basis zählen offene Gewinne sofort zum Hoch. Beim EOD-Trailing zählt nur der Stand zum Tagesende, unrealisierte Spitzen während des Tages bleiben außen vor.

Was passiert, wenn ich die Drawdown-Grenze erreiche?

Das Konto gilt als verletzt, offene Positionen werden in der Regel automatisch geschlossen und die Evaluation oder das finanzierte Konto endet. Anders als ein Stop-Loss können Sie die Grenze nicht verschieben. Bei einer Evaluation ist Ihr Risiko dabei auf die gezahlte Gebühr begrenzt. Wie Sie danach weitermachen, beantwortet unser Help Center.

Quellen

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