Der Kontraktmultiplikator ist die feste Zahl, mit der du den Preis eines Futures multiplizierst, um seinen Geldwert zu bekommen. Er sagt dir, wie viel Euro oder Dollar ein Indexpunkt wert ist: beim Micro-DAX 1 EUR, beim Mini-DAX 5 EUR, beim Micro E-mini S&P 500 5 USD. Wenn du den Multiplikator kennst, rechnest du in Sekunden Kontraktwert, Tickwert, Gewinn, Verlust und die passende Positionsgröße aus. Genau das zeigen wir dir hier, mit echten Kontraktdaten und durchgerechneten Beispielen.
Kurz gesagt
- Kontraktwert = Futurespreis × Multiplikator. Bei Rohstoffen tritt die Kontrakteinheit (zum Beispiel 1.000 Barrel) an die Stelle des Multiplikators.
- Tickwert = Tickgröße × Multiplikator. Beim Micro-DAX ergibt ein Tick von 0,5 Punkten genau 0,50 EUR.
- Gewinn oder Verlust = Anzahl Ticks × Tickwert × Anzahl Kontrakte. Der Multiplikator wirkt auf den vollen Kontraktwert, nicht auf deine Margin.
- Micro- und Mini-Kontrakte bilden denselben Markt mit kleinerem Multiplikator ab. So passt du dein Risiko feiner an.
- Auf einem Prop-Konto bestimmt der Multiplikator, wie viele Kontrakte in dein Verlustlimit passen. Rechne immer vom Stopp aus.
Inhaltsverzeichnis
- Was der Kontraktmultiplikator festlegt
- Die Grundformeln: Kontraktwert, Tickwert, Gewinn und Verlust
- Multiplikatoren wichtiger Futures im Überblick
- Standard, Mini, Micro: ein Markt, mehrere Größen
- Drei Rechenbeispiele Schritt für Schritt
- Positionsgröße aus dem Multiplikator ableiten
- Multiplikator und Drawdown auf einem Prop-Konto
- Futures-Konten bei Profirms
- Typische Rechenfehler mit dem Multiplikator
- Häufige Fragen
- Quellen
Was der Kontraktmultiplikator festlegt
Ein Future ist ein standardisierter Börsenkontrakt. Die Börse legt für jedes Produkt fest, wie groß ein Kontrakt ist. Bei Index-Futures geschieht das über den Multiplikator: eine feste Geldsumme pro Indexpunkt. Die Anlegerbildungsstelle der Hongkonger Finanzaufsicht beschreibt den Kontraktmultiplikator als Faktor, mit dem der vereinbarte Preis multipliziert wird, um den Kontraktwert zu berechnen.
Damit ist der Multiplikator die Brücke zwischen Chart und Konto. Im Chart siehst du Punkte. Auf deinem Konto siehst du Euro oder Dollar. Der Multiplikator übersetzt das eine in das andere.
Drei Dinge hängen direkt an dieser Zahl:
- Der Nominalwert: Wie viel Marktvolumen du mit einem Kontrakt bewegst.
- Der Tickwert: Was die kleinste mögliche Preisbewegung in Geld bedeutet.
- Dein Risiko pro Trade: Wie viel ein Stopp von 20 oder 50 Punkten tatsächlich kostet.
Der Multiplikator ändert sich während der Laufzeit nicht. Er gehört zur Kontraktspezifikation, genau wie Tickgröße, Verfallstermine und Handelszeiten. Änderungen kündigt die Börse vorher in Rundschreiben an. Prüfe deshalb vor dem ersten Trade in einem neuen Markt immer die aktuelle Spezifikation auf der Seite der Börse.
Die Grundformeln: Kontraktwert, Tickwert, Gewinn und Verlust
Alles, was du rund um den Multiplikator rechnen musst, passt in drei Formeln.
Kontraktwert (Nominalwert)
Der Kontraktwert, auf Englisch Notional Value, ist der Preis des Futures mal Multiplikator. Die CME beschreibt das in ihrem Kurs über den Kontrakt-Nominalwert: Bei Index-Futures nimmst du den Kurs mal Multiplikator, bei Rohstoff-Futures den Kurs mal Kontrakteinheit, etwa 1.000 Barrel beim Rohöl.
Kontraktwert = Futurespreis × Multiplikator
Ein angenommenes Beispiel: Steht der DAX-Future bei 24.000 Punkten, hat ein Micro-DAX (1 EUR pro Punkt) einen Nominalwert von 24.000 EUR. Ein Mini-DAX (5 EUR pro Punkt) bewegt 120.000 EUR.
Den Nominalwert nutzen Marktteilnehmer auch, um Hedge-Ratios zu bestimmen: Wie viele Futures brauchst du, um ein Aktiendepot oder eine Position in einem verwandten Markt abzusichern? Wer ein Depot von 240.000 EUR mit dem Mini-DAX aus dem Beispiel absichern will, teilt 240.000 durch 120.000 und landet bei zwei Kontrakten.
Tickwert
Die Tickgröße ist die kleinste erlaubte Preisänderung. Der Tickwert ist ihr Geldwert.
Tickwert = Tickgröße × Multiplikator
Beim Micro-DAX liegt die Preisabstufung laut Eurex-Kontraktspezifikation von 2021 bei 0,5 Punkten, was einem Wert von 0,50 EUR entspricht. Die Rechnung dahinter: 0,5 Punkte × 1 EUR = 0,50 EUR.
Gewinn und Verlust
Die CME erklärt, dass sich Gewinn oder Verlust eines Futures aus dem Geldwert einer Tickbewegung mal der Anzahl der Ticks ergibt. Mit mehreren Kontrakten multiplizierst du zusätzlich mit der Stückzahl.
Ergebnis = Ticks × Tickwert × Kontrakte
Oder, wenn du lieber in Punkten denkst:
Ergebnis = Punkte × Multiplikator × Kontrakte
Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Punkte sind im Alltag meist schneller, Ticks sind genauer, wenn ein Markt in Bruchteilen notiert.
Ein wichtiger Punkt zur Hebelwirkung: Die Kursbewegung trifft den gesamten Kontraktwert, nicht nur die hinterlegte Sicherheitsleistung. Darauf weist auch DeltaValue in der Erklärung zum Notional Value hin. Ein Mini-DAX mit 120.000 EUR Nominalwert schwankt bei einem Prozent Indexbewegung um 1.200 EUR, egal wie viel Margin dafür gebunden ist.
Multiplikatoren wichtiger Futures im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt Multiplikatoren aus den Spezifikationen der Börsen. Die letzte Spalte rechnet vor, was eine Bewegung um 10 Punkte pro Kontrakt bedeutet.
| Kontrakt | Börse | Multiplikator | 10 Punkte pro Kontrakt |
|---|---|---|---|
| Micro-DAX Future | Eurex | 1 EUR je Indexpunkt | 10 EUR |
| Mini-DAX Future | Eurex | 5 EUR je Indexpunkt | 50 EUR |
| Micro E-mini S&P 500 | CME | 5 USD je Indexpunkt | 50 USD |
| Micro E-mini Dow | CME | 0,50 USD je Indexpunkt | 5 USD |
| IBEX 35 Future | Spanien | 10 EUR je Indexpunkt | 100 EUR |
| Rohöl-Future | CME | Kontrakteinheit 1.000 Barrel | 1 USD Preisänderung je Barrel = 1.000 USD |
Die Werte stammen aus der Eurex-Spezifikation für Micro- und Mini-DAX, den FAQ zu Micro E-mini Futures (Stand Februar 2023), der Produktseite zum IBEX 35 Future und dem CME-Kurs zum Nominalwert. Bei Rohstoffen rechnest du nicht in Indexpunkten, sondern in Preis je Einheit. Deshalb steht dort die Kontrakteinheit.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens sagt der Multiplikator allein nichts über das Risiko: Der Micro E-mini Dow hat einen winzigen Multiplikator, aber der Dow notiert in sehr hohen Punktzahlen und bewegt sich entsprechend viele Punkte am Tag. Zweitens musst du bei US-Kontrakten in Dollar denken, bei Eurex-Kontrakten in Euro. Wenn dein Konto in USD geführt wird und du DAX-Futures handelst, kommt der Wechselkurs in jede Rechnung.
Standard, Mini, Micro: ein Markt, mehrere Größen
Viele Indizes gibt es als Future in mehreren Größen. Der Basiswert ist identisch, der Chart sieht gleich aus, nur der Multiplikator unterscheidet sich. Beim DAX ist der Mini-DAX mit 5 EUR je Punkt genau fünfmal so groß wie der Micro-DAX mit 1 EUR je Punkt.
Die CME hat Micro E-mini Futures auf vier große US-Indizes eingeführt, damit Trader Zugang zu diesen Märkten bekommen, ohne die Größe der klassischen Kontrakte stemmen zu müssen. Laut den FAQ der CME haben die kleineren Kontrakte seit ihrem Start 2019 viele neue Marktteilnehmer angezogen.
Für dich als Trader bringt das drei konkrete Vorteile:
- Feinere Positionsgrößen: Statt einen Mini-DAX zu handeln, kannst du drei oder vier Micro-DAX handeln und dein Risiko auf den Euro genau an dein Limit anpassen.
- Skalieren in Stufen: Du kannst eine Position in Teilen aufbauen oder Teilgewinne mitnehmen, ohne gleich den ganzen Kontrakt zu schließen.
- Gleiche Analyse: Deine Levels, Setups und Indikatoren gelten für alle Größen, weil der Basiswert derselbe ist.
Der Haken liegt bei den Kosten: Gebühren fallen pro Kontrakt an. Fünf Micro-DAX kosten dich in der Regel mehr Gebühren als ein Mini-DAX, obwohl das Marktrisiko gleich ist. Ab einer gewissen Positionsgröße lohnt sich deshalb der Wechsel zum größeren Kontrakt. Wann das der Fall ist und wie du die beiden Größen vergleichst, zeigen wir dir ausführlich im Beitrag Micro vs. Mini Futures.
Drei Rechenbeispiele Schritt für Schritt
Die folgenden Beispiele nutzen angenommene Kursstände. Die Multiplikatoren stammen aus den Spezifikationen oben.
Beispiel 1: Micro-DAX, Long-Trade
- Einstieg: 24.000 Punkte, Ausstieg: 24.065 Punkte
- Bewegung: 65 Punkte, das sind 130 Ticks zu je 0,5 Punkten
- Rechnung in Punkten: 65 × 1 EUR = 65 EUR pro Kontrakt
- Rechnung in Ticks: 130 × 0,50 EUR = 65 EUR pro Kontrakt
- Mit 4 Kontrakten: 260 EUR vor Gebühren
Beispiel 2: Mini-DAX, Short-Trade mit Verlust
- Einstieg short: 24.000 Punkte, Stopp ausgelöst bei 24.030 Punkten
- Bewegung gegen dich: 30 Punkte
- Rechnung: 30 × 5 EUR = 150 EUR Verlust pro Kontrakt
- Mit 2 Kontrakten: 300 EUR Verlust vor Gebühren
Dieselben 30 Punkte hätten mit einem Micro-DAX nur 30 EUR gekostet. Der Markt war derselbe, der Multiplikator hat das Ergebnis verfünffacht.
Beispiel 3: Micro E-mini S&P 500, Nominalwert und Ergebnis
- Angenommener Kurs: 6.000 Punkte
- Nominalwert: 6.000 × 5 USD = 30.000 USD pro Kontrakt
- Bewegung zu deinen Gunsten: 12 Punkte
- Ergebnis: 12 × 5 USD = 60 USD pro Kontrakt
- Mit 3 Kontrakten: 180 USD vor Gebühren
Die CME empfiehlt, die Kontraktgröße ins Verhältnis zur durchschnittlichen Tagesbewegung zu setzen, um die mögliche Gewinn- und Verlustspanne einzuschätzen. Bewegt sich ein Markt an einem normalen Tag 60 Punkte, weißt du mit dem Multiplikator sofort, was ein solcher Tag pro Kontrakt in Geld bedeutet.
Positionsgröße aus dem Multiplikator ableiten
Die wichtigste praktische Anwendung des Multiplikators ist die Frage: Wie viele Kontrakte darf ich handeln? Die Antwort kommt immer vom Stopp, nie vom Bauchgefühl.
- Lege dein Risiko pro Trade in Geld fest. Zum Beispiel 300 EUR oder 1 % deines Kontos.
- Bestimme den Stopp in Punkten. Er gehört dorthin, wo dein Setup ungültig wird, nicht dorthin, wo der Betrag gut aussieht.
- Rechne das Risiko pro Kontrakt aus: Stopp in Punkten × Multiplikator.
- Teile dein Risikobudget durch das Risiko pro Kontrakt und runde immer ab.
- Plane Gebühren und Slippage ein. In schnellen Märkten wird ein Stopp nicht immer exakt zum Wunschkurs ausgeführt.
Durchgerechnet mit 300 EUR Budget und 40 Punkten Stopp im DAX:
| Kontrakt | Risiko pro Kontrakt | Mögliche Kontrakte | Tatsächliches Risiko |
|---|---|---|---|
| Micro-DAX (1 EUR) | 40 EUR | 7 | 280 EUR |
| Mini-DAX (5 EUR) | 200 EUR | 1 | 200 EUR |
| Mix: 1 Mini + 2 Micro | 280 EUR | 3 | 280 EUR |
Die Tabelle zeigt, warum kleinere Multiplikatoren so beliebt sind: Mit dem Mini-DAX allein bleibt ein Drittel deines Budgets ungenutzt, mit Micros nutzt du es fast ganz aus.
Ein Fehler, vor dem wir ausdrücklich warnen: nach einem Verlust die Kontraktzahl zu verdoppeln, um ihn schnell zurückzuholen. Der Multiplikator verdoppelt dann auch dein Risiko, und das genau dann, wenn du emotional unter Druck stehst. Warum das auf Prop-Konten fast immer schiefgeht, liest du in unserem Beitrag zu Martingale bei Prop Firms.

Multiplikator und Drawdown auf einem Prop-Konto
Auf einem Prop-Konto handelst du gegen klare Limits: ein Gewinnziel und eine Verlustgrenze. Der Multiplikator entscheidet, wie schnell du dich der einen oder der anderen näherst. Ein Konto mit einer Verlustgrenze von einigen tausend Dollar verträgt mit Micro-Kontrakten viele Trades, mit großen Kontrakten unter Umständen nur wenige schlechte.
Entscheidend ist auch, wie die Verlustgrenze berechnet wird. Bei einem Intraday-Trailing-Drawdown zieht die Grenze mit deinen offenen, noch nicht realisierten Gewinnen mit. Mit einem großen Multiplikator kann ein kurzer Ausschlag nach oben deine Grenze nach oben schieben und ein anschließender Rücksetzer das Konto kosten. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Beitrag Intraday Drawdown erklärt.
Bei einem End-of-Day-Drawdown wird die Grenze nur nach Handelsschluss neu berechnet. Deine Positionsgröße planst du dann gegen einen festen Wert, der sich während des Tages nicht verschiebt. So rechnest du sauber:
- Abstand zur Grenze ermitteln: Wie viel Geld liegt zwischen deinem aktuellen Kontostand und der Max-Loss-Grenze?
- Tagesrisiko festlegen: Nur einen Teil dieses Abstands pro Tag einsetzen, damit ein schlechter Tag nicht das ganze Konto beendet.
- Kontrakte vom Stopp ableiten: Mit der Formel aus dem vorigen Abschnitt.
- Währung beachten: Läuft dein Konto in USD und handelst du Euro-Kontrakte, rechnest du den Multiplikator vorher in Dollar um.
Wenn du die Grundlagen von Funded Trading noch einmal kompakt nachlesen willst, findest du sie im Beitrag Futures Prop Firm: So funktioniert Funded Trading.
Futures-Konten bei Profirms
Bei Profirms handelst du Futures auf simulierten Evaluations- und Funded-Konten mit einem End-of-Day-Drawdown. Deine Max-Loss-Grenze zieht nie intraday nach. Offene Gewinne während des Tages verschieben sie also nicht. Für die Positionsgröße heißt das: Du rechnest Multiplikator mal Stopp gegen einen Wert, der den ganzen Handelstag stabil bleibt.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Einmalige Gebühr: 25K Eval für 40 USD, 50K Eval für 60 USD, 100K Eval für 100 USD. Keine monatlichen Gebühren.
- 25K Daily für 60 USD einmalig, wenn du tägliche Auszahlungsoptionen nutzen willst.
- Keine Konsistenzregel und keine Mindesthandelstage.
- 90 % jeder Auszahlung gehen an dich, schon ab der ersten Auszahlung. Mehr zur Aufteilung liest du in unserem Beitrag zum Profit Split bei Prop Firms.
- Gleiche Regeln von der Evaluation bis zum Funded-Konto.
Aktuell laufen die letzten Prüfungen der Handelsplattformen. Deine Zugangsdaten bekommst du per E-Mail, sobald dein Konto eingerichtet ist, und jede Bestellung ist voll erstattungsfähig, bis dein Login zugestellt wurde. Alle Kontogrößen findest du in der Preisübersicht für Futures-Konten, die Regeln im Detail unter Futures-Regeln bei Profirms. Mit dem kostenlosen EOD-Drawdown-Tracker behältst du deinen Abstand zur Grenze im Blick. Trading bleibt riskant, auch auf simulierten Konten: Plane jeden Trade mit Stopp.
Typische Rechenfehler mit dem Multiplikator
Die Formeln sind einfach. Die Fehler passieren im Detail.
- Tick und Punkt verwechseln: Beim Micro-DAX sind zwei Ticks ein Punkt. Wer 20 Ticks Stopp als 20 Punkte rechnet, schätzt sein Risiko doppelt so hoch ein, und umgekehrt halb so hoch.
- Falsche Kontraktgröße im Ordermenü: Micro und Mini sehen im Chart identisch aus. Prüfe vor dem Absenden das Kürzel des Kontrakts.
- Währung ignorieren: 5 EUR und 5 USD je Punkt sind nicht dasselbe. Auf einem USD-Konto verändert der Wechselkurs dein Risiko bei Euro-Kontrakten.
- Nur auf die Margin schauen: Die Margin sagt, was gebunden ist. Der Multiplikator sagt, was du verlieren kannst.
- Veraltete Spezifikationen nutzen: Börsen passen Spezifikationen gelegentlich an. Prüfe vor dem Handel die aktuelle Fassung auf der Börsenseite.
- Gebühren vergessen: Bei vielen Micro-Kontrakten summieren sich die Kosten pro Kontrakt schnell.
Häufige Fragen
Ist der Kontraktmultiplikator dasselbe wie die Kontraktgröße?
Fast. Bei Index-Futures beschreibt der Multiplikator die Kontraktgröße als Geldbetrag pro Indexpunkt. Bei Rohstoff-Futures spricht man eher von der Kontrakteinheit, zum Beispiel 1.000 Barrel Rohöl. Rechnerisch spielen beide dieselbe Rolle.
Wie rechne ich den Tickwert aus, wenn ich nur den Multiplikator kenne?
Du multiplizierst die Tickgröße mit dem Multiplikator. Die Tickgröße findest du in der Kontraktspezifikation der Börse. Beim Micro-DAX ergeben 0,5 Punkte × 1 EUR einen Tickwert von 0,50 EUR.
Warum verliere ich mit einem Future mehr, als die Margin vermuten lässt?
Weil Gewinn und Verlust auf dem vollen Kontraktwert berechnet werden, nicht auf der hinterlegten Sicherheit. Ein Mini-DAX mit 120.000 EUR Nominalwert bewegt sich bei 1 % Indexbewegung um 1.200 EUR. Plane deine Positionsgröße deshalb immer über Stopp und Multiplikator.
Sollte ich auf einem Prop-Konto Micro- oder Mini-Kontrakte handeln?
Das hängt von deinem Stopp und deinem Verlustlimit ab. Micros erlauben feinere Abstufungen und passen besser zu kleineren Konten oder weiten Stopps. Ab einer größeren Positionsgröße sparen Minis Gebühren, weil du weniger Kontrakte brauchst.
Quellen
- IFEC: Futures Basics
- CME Group: Über den Kontrakt-Nominalwert
- CME Group: Berechnung des Gewinns oder Verlusts aus einem Futures-Kontrakt
- CME Group: Micro E-mini Equity Index Futures, FAQ
- CME Group: Produktüberblick Micro E-mini Futures
- Eurex: Kontraktspezifikationen für Futures-Kontrakte (Rundschreiben 025/21)
- Futures on IBEX 35
- DeltaValue: Notional Value (Kontraktwert)
Empfehlungen
- Micro vs. Mini Futures: Unterschiede, Tickwerte und die richtige Wahl
- Futures Prop Firm: So funktioniert Funded Trading wirklich
- NinjaTrader bei Prop Firms 2026: Rithmic, Tradovate, Regeln
Risk disclosure: Trading involves substantial risk of loss and is not suitable for every investor. Profirms runs simulated evaluation and funded trading programs, is not a broker-dealer or futures commission merchant and does not provide investment advice. Hypothetical or simulated performance results have inherent limitations, and no representation is made that any account will achieve profits or losses similar to those shown. Past performance is not indicative of future results.
