Du willst eine automatisierte Strategie mit dem Kapital einer Prop Firm handeln? Das geht, aber nur, wenn dein Bot zu den Regeln des konkreten Programms passt. Ob ein Expert Advisor, ein Webhook-Signal oder ein selbst programmiertes Skript erlaubt ist, entscheidet nicht die Plattform, sondern das Regelwerk deines Kontos. Dazu kommen Drawdown, Tagesverlust, Konsistenzvorgaben und Auszahlungsschwellen, die dein Algorithmus bei jedem Trade einhalten muss. In diesem Leitfaden zeigt dir das Profirms-Team, wie Algo-Trading bei Prop Firms funktioniert, welche Strategien meist tabu sind, welche Regeln du vor dem Kauf prüfen solltest und wie du ein faires Angebot erkennst.
Kurz gesagt
- Funded Accounts sind fast immer simuliert. Du zahlst eine Gebühr für eine Evaluation, und bei Erfolg wird der Gewinn nach den Regeln der Firma geteilt.
- Plattform-Support ist keine Erlaubnis. Dass ein Bot technisch läuft, heißt nicht, dass er im Programm zulässig ist. Lies die Regeln oder frag den Support.
- Der Drawdown-Typ entscheidet über deinen Code. Ein End-of-Day-Drawdown verhält sich ganz anders als ein Intraday-Trailing-Drawdown, und dein Risikomodul muss das abbilden.
- Kein Algorithmus garantiert Gewinne. Backtests überschätzen Ergebnisse oft, und eine Challenge kann auch ein gutes System verlieren.
- Prüfe die Firma vor dem Kauf: Impressum, Regelwerk, Gebührenstruktur, Auszahlungsbedingungen und Rückerstattung.
Inhaltsverzeichnis
- So funktioniert eine Prop Firm für Algo-Trader
- Welche Bots meist erlaubt sind und welche nicht
- Die Regeln, die dein Algorithmus kennen muss
- Ist Algo-Trading legal?
- Ist Algo-Trading profitabel?
- Checkliste: So prüfst du eine Prop Firm vor dem Kauf
- Vom Backtest zum finanzierten Konto
- Profirms für systematische Trader
- Häufige Fragen
- Quellen
So funktioniert eine Prop Firm für Algo-Trader
Eine Prop Firm verkauft dir nach einer bezahlten Challenge Zugang zu einem Handelskonto, das in der Regel simuliert ist. Bestehst du die Evaluation, werden die Gewinne zwischen dir und der Firma geteilt. So beschreibt es auch dieser Ratgeber zum Funded Trading. Das Geschäftsmodell trägt sich, weil die Firma an Challenge-Gebühren und am Gewinnanteil erfolgreicher Trader verdient.
Für dich als Algo-Trader heißt das konkret:
- Du handelst kein eigenes Geld im Markt. Dein Risiko ist die Gebühr für die Evaluation.
- Du handelst nach fremden Regeln. Gewinnziel, maximaler Verlust, Tagesverlust und erlaubte Instrumente legt die Firma fest.
- Dein Bot ist dein Mitarbeiter. Er muss nicht nur Einstiege finden, sondern auch jede Regel des Kontos respektieren.
Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt: Simulierte Konten bilden die Psychologie echten Geldes nicht vollständig ab. Für Algo-Trader ist das zum Teil ein Vorteil, weil der Code keine Angst kennt. Trotzdem greifst du in der Praxis ein, wenn dein System eine Verlustserie hat. Plane deshalb vorher, wann du den Bot pausierst und wann nicht.
Wenn du tiefer einsteigen willst, wie Evaluation, Funded-Phase und Auszahlung im Futures-Bereich zusammenhängen, lies unseren Leitfaden Futures Prop Firm erklärt.
Welche Bots meist erlaubt sind und welche nicht
Viele Prop Firms erlauben automatisierten Handel grundsätzlich. Die Erlaubnis hängt aber vom Programm, vom Kontotyp und von der Plattform ab. Es gibt also selten ein pauschales Ja oder Nein, sondern Regeln pro Konto.
Meist unproblematisch
- Trendfolge- und Breakout-Systeme mit normaler Orderfrequenz
- Mean-Reversion-Strategien mit festen Stops
- Risikomanager-Skripte, die Positionsgrößen berechnen oder bei Erreichen eines Limits alles schließen
- Halbautomatische Tools, bei denen du Signale bestätigst
Häufig eingeschränkt oder verboten
- Latency-Arbitrage: Ausnutzen von Verzögerungen zwischen Datenfeeds oder Kursquellen
- Orderbuch-Spam: massenhaftes Platzieren und Löschen von Orders
- Extrem hohe Orderaktivität, also Hochfrequenzhandel im engeren Sinn
- Ausnutzen von Fehlern in Plattform, Datenfeed oder Simulation
- Gegenläufige Positionen über mehrere Konten, um das Risiko zwischen Konten zu verschieben
Der Grund für diese Verbote ist simpel: Solche Strategien funktionieren in einer Simulation, aber nicht im echten Markt. Eine Firma, die Gewinne auszahlt, will Ergebnisse sehen, die sich übertragen lassen.
Was das für dich heißt
Technische Unterstützung ist keine Erlaubnis. Nur weil eine Plattform Expert Advisors, Strategien oder API-Zugriff anbietet, darfst du sie im Programm nicht automatisch nutzen. Entscheidend sind die Bedingungen deines Kontos. Ist eine Regel unklar, frag vor dem ersten Trade schriftlich beim Support nach und heb die Antwort auf.
Nutzt du Signale, die von einem Konto auf andere gespiegelt werden, gelten oft zusätzliche Regeln. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zu Copy Trading bei Prop Firms.
Die Regeln, die dein Algorithmus kennen muss
Ein Algorithmus besteht eine Challenge nicht, weil er gute Einstiege findet. Er besteht sie, weil er nie eine Regel bricht. Prüfe vor dem Kauf diese Punkte und übersetze jeden in Code.
| Regel | Was sie bedeutet | Was dein Bot tun muss |
|---|---|---|
| Maximaler Drawdown | Untergrenze, unter die das Konto nie fallen darf | Vor jedem Trade den Abstand zur Grenze prüfen |
| Drawdown-Typ | Statisch, End-of-Day-Trailing oder Intraday-Trailing | Die Grenze korrekt nachrechnen, je nach Typ |
| Tagesverlustlimit | Maximaler Verlust pro Handelstag | Alle offenen und geschlossenen Ergebnisse des Tages addieren |
| Gewinnziel | Betrag, den du in der Evaluation erreichen musst | Nach Erreichen das Risiko senken oder stoppen |
| Konsistenzregel | Ein einzelner Tag darf nur einen bestimmten Anteil am Gesamtgewinn haben | Tagesgewinne begrenzen, falls die Regel gilt |
| Mindesthandelstage | Anzahl Tage, an denen du handeln musst | Kalender und Mindestaktivität einplanen |
| Handelszeiten und News | Erlaubte Sessions, Haltedauer über Nacht, Nachrichtenzeiten | Zeitfilter und Flat-Regel vor Sessionende |
Drawdown-Typen im Detail
Ein statischer Drawdown bewegt sich nicht. Er wird vom ursprünglichen Kontostand aus berechnet. Ein EOD-Trailing-Drawdown steigt mit dem höchsten Tagesabschluss, wie diese Übersicht zu Prop-Firm-Regeln erklärt. Ein Intraday-Trailing-Drawdown zieht schon während des Tages mit deinem höchsten offenen Gewinn nach.

Für Algo-Trader ist der Unterschied enorm. Beim Intraday-Trailing reicht es, dass ein Trade erst deutlich ins Plus läuft und dann zurückkommt: Die Grenze ist trotzdem nach oben gerückt. Strategien mit weiten Zielen und Teilgewinnmitnahmen leiden darunter besonders. Beim End-of-Day-Modell zählt nur der Tagesabschluss. Dein Bot kann intraday schwanken, ohne dass sich die Untergrenze bewegt.
Die Unterschiede mit Rechenbeispielen zeigen wir in Trailing vs. statischer Drawdown und in Intraday-Drawdown erklärt.
Risiko über das ganze Konto rechnen
Laufen mehrere Strategien oder Charts auf einem Konto, muss dein System das Risiko über das gesamte Konto zusammenrechnen. Sonst halten sich zwei Bots jeweils an ihr eigenes Limit und reißen gemeinsam die Tagesgrenze. Die Lösung ist ein zentrales Risikomodul, das vor jeder Order den Tagesverlust, den Abstand zum Drawdown und die offene Gesamtposition prüft. Genau hier spielt Automatisierung ihre Stärke aus: Die Regelüberwachung im Algorithmus prüft Limits bei jedem Trade und wird nicht müde.
Ist Algo-Trading legal?
Ja. Algorithmischer Handel ist in der EU erlaubt und verbreitet, aber für Firmen reguliert. Nach Artikel 17 der MiFID II müssen Wertpapierfirmen, die algorithmisch handeln, wirksame Systeme und Risikokontrollen vorhalten. Sie müssen das außerdem den zuständigen Behörden ihres Herkunftsmitgliedstaats und des Handelsplatzes melden.
Diese Pflichten richten sich an Investmentfirmen, nicht an jeden Privatanleger mit einem Skript. Außerhalb der EU gelten andere Regeln, die von Land zu Land abweichen. Was überall verboten ist, sind Praktiken, die Märkte manipulieren, etwa Orders, die nur platziert werden, um andere zu täuschen. Auf einem simulierten Prop-Konto handelst du zwar nicht direkt am Markt, doch die Firmen übernehmen solche Grundsätze in ihre Regelwerke.
Wenn du mit eigenem Geld und eigener Software direkt an einer Börse handeln willst oder eine Strategie gewerblich für andere betreibst, kläre die Pflichten in deinem Land mit einem Fachanwalt für Kapitalmarktrecht oder einem Steuerberater mit Erfahrung im Wertpapierbereich.
Ist Algo-Trading profitabel?
Nicht automatisch. Ein Algorithmus führt eine Idee nur konsequent aus. Ist die Idee schwach, verliert er konsequent. Kein Bot ist zu 100 % profitabel, und wer das verspricht, verkauft dir etwas.
Die häufigsten Gründe, warum ein Backtest besser aussieht als das Live-Ergebnis:
- Überoptimierung: Parameter so lange justiert, bis sie perfekt auf die Vergangenheit passen
- Fehlende Kosten: Kommissionen, Spreads und Slippage zu niedrig angesetzt
- Look-Ahead-Fehler: Der Code nutzt Daten, die zum Zeitpunkt des Signals noch nicht bekannt waren
- Regimewechsel: Eine Strategie, die in Trendjahren glänzt, scheitert in Seitwärtsphasen
- Regelkonflikte: Ein System, das ohne Limits profitabel ist, verletzt mit Prop-Regeln den Tagesverlust
Der letzte Punkt ist für Prop-Trader entscheidend. Teste deinen Backtest daher immer mit den exakten Regeln des Kontos: gleicher Drawdown-Typ, gleiches Tageslimit, gleiche Kontogröße. Erst dann weißt du, ob dein System die Evaluation überhaupt überstehen kann.
Ist Algo-Trading also echt oder Fake? Echt. Viele professionelle Marktteilnehmer handeln systematisch. Fake sind die Versprechen von Bots mit garantierten Renditen.
Checkliste: So prüfst du eine Prop Firm vor dem Kauf
Seriöse Anbieter erkennst du an einem transparenten Impressum, einem einsehbaren Handelsregistereintrag und Regelwerken, die du vor dem Kauf lesen kannst. Warnsignale sind Zeitdruck und hohe Renditeversprechen bei angeblich geringem Risiko, wie diese Prüfkriterien für Prop Firms zusammenfassen.
Geh diese Punkte der Reihe nach durch:
- Regeln vor dem Kauf lesen. Stehen Drawdown-Typ, Tageslimit, Gewinnziel und Automatisierungsregeln öffentlich?
- Gebührenmodell prüfen. Einmalige Gebühr oder monatliches Abo? Gibt es nach dem Bestehen eine Aktivierungsgebühr?
- Auszahlungsbedingungen klären. Ab wann, wie oft und in welcher Höhe kannst du auszahlen? Gibt es Mindesthandelstage, Mindesttrades oder Sperrfristen?
- Gewinnbeteiligung verstehen. Gilt der volle Anteil ab der ersten Auszahlung oder erst nach einer Staffel?
- Plattformwechsel ausschließen. Bleibst du nach dem Bestehen auf derselben Plattform, oder musst du deinen Bot neu anbinden?
- Rückerstattung lesen. Unter welchen Bedingungen bekommst du dein Geld zurück?
- Support testen. Stell eine konkrete Frage zu deinem Bot und prüfe, ob die Antwort klar und schriftlich kommt.
Vom Backtest zum finanzierten Konto
So bringst du eine Strategie strukturiert in eine Evaluation:
- Regeln in Code übersetzen. Lege Drawdown, Tageslimit und Gewinnziel als feste Parameter im Risikomodul an.
- Backtest mit Prop-Regeln. Simuliere viele Startzeitpunkte und zähle, wie oft das System das Ziel erreicht, bevor es eine Grenze verletzt.
- Forward-Test auf Demo. Lass den Bot mehrere Wochen auf einem Übungskonto laufen. Prüfe Ausführung, Slippage und Verbindungsabbrüche.
- Not-Aus einbauen. Ein Kill-Switch schließt alle Positionen, wenn das Tageslimit nahe ist oder die Verbindung abbricht.
- Klein starten. Beginne mit der kleinsten Kontogröße, die zu deiner Strategie passt, und skaliere erst nach stabilen Ergebnissen.
- Protokollieren. Speichere jede Order mit Zeitstempel. Bei Rückfragen zur Regelkonformität hast du Belege.
Wer die Evaluation überspringen möchte, kann ein Instant-Konto wählen. Wie das funktioniert und was es kostet, liest du in Instant Funding erklärt.
Profirms für systematische Trader
Profirms wurde für Trader gebaut, die klare Regeln brauchen. Genau das braucht auch dein Algorithmus, denn jede Regel muss sich sauber in Code abbilden lassen.
- Einmalige Gebühr: Du zahlst einmal für deine Evaluation. Kein Abo, keine Aktivierungsgebühr.
- End-of-Day-Drawdown: Die Max-Loss-Grenze zieht nie intraday nach. Kein Trailing-Drawdown, der deinen offenen Gewinnen hinterherläuft.
- Keine Konsistenzregel und keine Mindesthandelstage: Dein Bot muss keine Tagesgewinne künstlich deckeln.
- 90 % Gewinnbeteiligung ab der ersten Auszahlung: Von jeder Auszahlung gehen 90 % an dich, ab dem ersten Payout.
- Gleiche Bedingungen nach dem Bestehen: Kein Plattformwechsel nach der Finanzierung.
- Futures, CFDs und Krypto: Programme als 2-Step, 1-Step oder Instant, dazu Auszahlungsrhythmen täglich oder alle fünf Tage.
| Konto | Einmalgebühr |
|---|---|
| 25K Eval (Futures) | 40 US-Dollar |
| 50K Eval (Futures) | 60 US-Dollar |
| 100K Eval (Futures) | 100 US-Dollar |
| 25K Daily | 60 US-Dollar |
| 5K CFD 2-Step | 39 US-Dollar |
| 25K CFD 1-Step | 169 US-Dollar |
| 10K CFD Instant | 229 US-Dollar |
| 10K Crypto 2-Step | 49 US-Dollar |
| 25K Crypto 1-Step | 129 US-Dollar |
| 25K Crypto Instant | 189 US-Dollar |
Alle Evaluations- und Funded-Konten bei Profirms sind simuliert. Aktuell laufen die letzten Checks der Handelsplattformen. Deine Zugangsdaten kommen per E-Mail, sobald dein Konto eingerichtet ist, und jede Bestellung ist vollständig erstattbar, bis dein Login zugestellt wurde. Welche Formen der Automatisierung in deinem Programm zulässig sind, steht in den Regeln für Futures, CFD-Konten und Krypto-Konten. Bei Fragen zu deinem Bot hilft dir das Profirms Help Center vor dem Kauf weiter. Alle Kontogrößen und Preise findest du in der Profirms-Preisübersicht, die Auszahlungsregeln unter Payouts.
Wie die End-of-Day-Regel im Detail rechnet, zeigt unser Artikel EOD-Drawdown erklärt.

Häufige Fragen
Welche Prop Firms erlauben automatisierten Handel?
Viele Firmen erlauben Bots, aber fast immer mit Bedingungen je nach Programm, Kontotyp und Plattform. Eine pauschale Liste veraltet schnell, weil Regeln sich ändern. Lies das aktuelle Regelwerk des konkreten Kontos und lass dir unklare Punkte vom Support schriftlich bestätigen.
Ist Algo-Trading illegal?
Nein. Algorithmischer Handel ist legal, für Wertpapierfirmen in der EU aber nach MiFID II mit Pflichten zu Risikokontrollen und Meldungen verbunden. Verboten sind manipulative Praktiken wie Scheinorders. Prop Firms verbieten zusätzlich Strategien, die Schwächen der Simulation ausnutzen.
Ist Algo-Trading zu 100 % profitabel?
Nein. Kein Algorithmus gewinnt immer, und Backtests überschätzen Ergebnisse häufig durch Überoptimierung oder zu niedrig angesetzte Kosten. Teste dein System mit den exakten Regeln des Kontos, bevor du eine Evaluation kaufst.
Welcher Drawdown passt am besten zu einem Bot?
Für die meisten Strategien ist ein End-of-Day- oder statischer Drawdown leichter zu programmieren als ein Intraday-Trailing-Drawdown. Beim End-of-Day-Modell zählt nur der Tagesabschluss, Schwankungen während des Tages verschieben die Grenze nicht. Dein Risikomodul bleibt dadurch einfacher und vorhersehbarer.
Quellen
Ratgeber: Was ist eine Prop Firm und wie funktioniert Funded Trading Prop-Firm-Regeln und Auszahlungen: FAQ Algo-Trading im Prop-Trading: Automatisiert handeln ESMA: MiFID II, Artikel 17, Algorithmischer Handel Welche Prop-Firma ist seriös? Prüfkriterien
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