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Balance vs. Equity Drawdown: Der Unterschied erklärt

4. November 2026
Balance vs. Equity Drawdown: Der Unterschied erklärt

Beim Balance-Drawdown zählt nur, was Sie bereits geschlossen haben. Beim Equity-Drawdown zählt jeder offene Trade in Echtzeit mit, also auch Verluste, die Sie noch gar nicht realisiert haben. Für Ihre Prop-Firm-Evaluation ist das der wichtigste Unterschied überhaupt: Dieselbe Position kann Ihr Konto bei einem Equity-Modell beenden und bei einem Balance-Modell problemlos weiterlaufen lassen. Hier lesen Sie, wie beide Modelle rechnen, wo die Grenze genau liegt und welche Fragen Sie vor dem Kauf einer Evaluation klären sollten.

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Drawdown-Regeln, die intraday klar bleiben
Profirms passt die Max-Loss-Grenze nur zum Tagesende an, ohne intraday nachzuziehen oder Konsistenzregeln vorzugeben.
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Kurz gesagt

  • Balance ist Ihr Kontostand aus geschlossenen Trades. Equity ist Balance plus der schwebende Gewinn oder Verlust Ihrer offenen Positionen.
  • Balance-Drawdown misst den Rückgang anhand realisierter Ergebnisse. Schwebende Verluste verengen das Limit tagsüber nicht.
  • Equity-Drawdown misst in Echtzeit. Ein kurzer Ausschlag gegen Sie kann das Limit verletzen, auch wenn Sie den Trade später im Plus schließen würden.
  • Neben der Berechnungsbasis zählt, ob die Grenze statisch, trailing oder zum Tagesende (EOD) nachgezogen wird.
  • Bei Profirms wird die Max-Loss-Grenze nur zum Tagesende angepasst und zieht nie intraday nach. Es gibt keine Konsistenzregel und keine Mindesthandelstage.

Inhaltsverzeichnis

Balance und Equity: zwei Zahlen, zwei Bedeutungen

Jede Handelsplattform zeigt Ihnen mindestens zwei Werte an. Sie sehen ähnlich aus, beschreiben aber verschiedene Dinge.

Balance (Saldo) ist das Geld auf Ihrem Konto aus allen abgeschlossenen Trades. Sie verändert sich nur, wenn Sie eine Position schließen oder wenn Gebühren und Swaps gebucht werden. Eine offene Position, die gerade 800 USD im Minus liegt, ändert an der Balance zunächst nichts.

Equity (Eigenkapital) ist die Balance plus der aktuelle Wert Ihrer offenen Positionen. Das Trading-Lexikon von actior.de fasst es knapp zusammen: Die Balance enthält nur realisierte Effekte, die Equity zusätzlich die offenen Gewinne und Verluste.

Als Formel:

Equity = Balance + schwebender Gewinn/Verlust offener Positionen

Ein kurzes Beispiel:

SituationBalanceSchwebendEquity
Kontostart, keine Position50.000 USD0 USD50.000 USD
Long-Position offen, liegt 1.200 USD im Minus50.000 USD−1.200 USD48.800 USD
Position dreht, liegt 600 USD im Plus50.000 USD+600 USD50.600 USD
Position mit +600 USD geschlossen50.600 USD0 USD50.600 USD

Solange keine Position offen ist, sind beide Werte gleich. Sobald Sie im Markt sind, laufen sie auseinander. Genau an diesem Punkt entscheidet das Drawdown-Modell Ihrer Prop Firm, welcher der beiden Werte gegen Ihre Verlustgrenze gerechnet wird.

Was ein Drawdown überhaupt misst

Ein Drawdown ist der zwischenzeitliche Rückgang vom letzten Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt. Laut Börsenlexikon von boerse.de wird er meist in Prozent angegeben und dient als Hinweis auf Risiko und Volatilität.

Bei einer Prop Firm ist der Drawdown keine reine Kennzahl, sondern eine harte Regel. Es gibt eine Grenze in USD oder Prozent. Fällt Ihr Konto darunter, ist die Evaluation oder das finanzierte Konto beendet. Deshalb ist die Frage so wichtig, ob diese Grenze an der Balance oder an der Equity gemessen wird.

Warum große Drawdowns so schwer aufzuholen sind

Verluste und Gewinne sind nicht symmetrisch. Wer 50 % verliert, braucht danach 100 % Gewinn, um wieder auf dem Ausgangswert zu stehen. Die Rechnung dahinter: benötigter Gewinn = Verlust ÷ (1 − Verlust).

DrawdownBenötigter Gewinn zur Erholung
5 %5,3 %
10 %11,1 %
20 %25 %
30 %42,9 %
50 %100 %

Prop Firms setzen ihre Grenzen deshalb meist im einstelligen Prozentbereich. Ein kontrollierter Drawdown ist aufholbar, ein tiefer kaum noch.

Balance-Drawdown: Die Grenze zählt geschlossene Trades

Beim Balance-basierten Modell wird Ihre Verlustgrenze am realisierten Kontostand gemessen. Ein Praxisartikel von FX Curio zum täglichen Drawdown beschreibt den Kern: Bilanzbasierte Methoden berücksichtigen nur realisierte Verluste, schwebende Verluste verengen das Tageslimit tagsüber nicht weiter.

Was das für Sie bedeutet:

  • Mehr Luft für offene Trades. Ein Trade darf zwischenzeitlich gegen Sie laufen, ohne dass das Konto sofort endet.
  • Der Stop-Loss bleibt Ihre Verantwortung. Schließen Sie den Trade mit einem Verlust, der die Grenze überschreitet, ist die Regel verletzt. Die Balance-Basis verschiebt also den Zeitpunkt der Prüfung, nicht die Grenze selbst.
  • Planbarkeit. Sie wissen nach jedem geschlossenen Trade genau, wie viel Spielraum Ihnen bleibt.

Typisch ist das Balance-Modell für Trader, die mit weiteren Stops arbeiten oder Positionen bewusst atmen lassen, etwa beim Swing Trading. Wer Positionen über Nacht hält, findet in unserem Beitrag zum Swing Trading bei Prop Firms die Punkte, auf die es dabei ankommt.

Equity-Drawdown: Die Grenze zählt in Echtzeit

Beim Equity-basierten Modell wird jeder Kursausschlag sofort gegen Ihre Grenze gerechnet. Laut FX Curio können schwebende Verluste offener Positionen das Limit verletzen, auch wenn der Verlust nie realisiert wird.

Was das für Sie bedeutet:

  • Jeder Tick zählt. Ein Spike bei Nachrichten, eine breite Spanne zur Eröffnung oder ein kurzer Liquiditätsengpass kann die Grenze berühren.
  • Mehrere offene Positionen addieren sich. Drei Trades mit je 1.500 USD schwebendem Minus sind für das Equity-Modell 4.500 USD Drawdown, auch wenn jeder einzelne Trade noch innerhalb Ihres Plans liegt.
  • Kleinere Positionen, engere Stops. Wer mit einem Equity-Modell handelt, muss die Positionsgröße so wählen, dass der schlimmste realistische Zwischenstand noch über der Grenze liegt.

Besonders kritisch ist das bei Nachrichten. Bevor Sie zu Datenveröffentlichungen handeln, lohnt ein Blick auf unsere Checkliste zum News-Trading.

Beide Modelle im direkten Rechenbeispiel

Nehmen wir ein 100.000-USD-Konto mit einem Tageslimit von 5 %, also 5.000 USD. Die Grenze für heute liegt damit bei 95.000 USD. Sie eröffnen eine Position, der Markt läuft zunächst gegen Sie.

ZeitpunktBalanceEquityBalance-ModellEquity-Modell
09:00, Position eröffnet100.000 USD100.000 USDim Limitim Limit
10:30, −3.000 USD schwebend100.000 USD97.000 USDim Limitim Limit
11:15, −5.400 USD schwebend100.000 USD94.600 USDim LimitLimit verletzt
14:00, Position dreht, −800 USD100.000 USD99.200 USDim LimitKonto bereits beendet
15:30, mit −800 USD geschlossen99.200 USD99.200 USDim LimitKonto bereits beendet

Der Trade endet mit einem kleinen Verlust von 800 USD. Im Balance-Modell ist das ein normaler Handelstag. Im Equity-Modell war das Konto um 11:15 Uhr vorbei, weil der Zwischenstand kurz unter die Grenze gefallen ist.

Die Kehrseite: Hätten Sie den Trade im Balance-Modell bei −5.400 USD geschlossen, wäre die Regel ebenfalls verletzt. Die Balance-Basis gibt Ihnen Zeit, aber keinen Freibrief.

Tageslimit und Gesamtlimit: zwei Grenzen, die Sie kennen müssen

Die meisten Programme arbeiten mit zwei Verlustgrenzen.

  1. Tägliches Limit (Daily Drawdown). Der maximale Verlust an einem Handelstag. Viele Prop Firms setzen den Referenzwert dafür laut FX Curio zu einem festen Zeitpunkt neu, etwa um 00:00 Uhr Plattformzeit. Ob der Referenzwert dann Ihre Balance oder Ihre Equity zu diesem Zeitpunkt ist, macht einen Unterschied, wenn Sie Positionen über den Reset halten.
  2. Maximales Limit (Max Drawdown oder Max-Loss-Grenze). Die absolute Untergrenze für das gesamte Konto. Wird sie erreicht, endet das Konto unabhängig vom Tag.

Beide Grenzen können auf Balance oder Equity basieren, und nicht zwingend auf derselben. Lesen Sie deshalb die Regeln für beide getrennt.

Statisch, trailing oder End-of-Day: wie sich die Grenze bewegt

Die Berechnungsbasis ist die eine Frage. Die zweite ist, ob und wann die Grenze nachzieht, wenn Ihr Konto wächst.

  • Statischer Drawdown. Die Grenze bleibt fest auf dem Startwert minus Limit. Bei 100.000 USD und 6.000 USD Limit liegt sie dauerhaft bei 94.000 USD.
  • Trailing Drawdown (intraday). Die Grenze folgt Ihrem höchsten Kontostand in Echtzeit nach oben. Läuft ein offener Trade 2.000 USD ins Plus und dreht dann, ist die Grenze bereits 2.000 USD höher, obwohl Sie den Gewinn nie mitgenommen haben. Die Grenze jagt also Ihren unrealisierten Gewinnen hinterher.
  • End-of-Day-Drawdown (EOD). Die Grenze wird nur einmal am Tag angepasst, auf Basis des Schlussstands. Was intraday passiert, verschiebt die Grenze nicht.

Den direkten Vergleich mit Beispielrechnungen finden Sie in unserem Beitrag Trailing vs. statischer Drawdown. Wie die Tagesend-Regel im Detail funktioniert, erklärt EOD Drawdown erklärt. Und wer verstehen will, warum intraday nachziehende Grenzen so viele Challenges beenden, liest Intraday Drawdown erklärt.

Die Kombination entscheidet

ModellWas gegen die Grenze zähltWann die Grenze nachziehtFür wen geeignet
Balance, statischGeschlossene TradesNieTrader mit festen Regeln und weiten Stops
Equity, statischOffene und geschlossene TradesNieTrader mit engen Stops und kleinen Positionen
Equity, intraday trailingOffene und geschlossene TradesIn Echtzeit zum HochSehr disziplinierte Scalper
End-of-DayLaut ProgrammregelnEinmal täglich zum SchlussstandDaytrader, die Gewinne laufen lassen wollen

Das strengste Paar ist Equity mit intraday Trailing: Offene Verluste zählen sofort, und offene Gewinne heben die Grenze an. Das großzügigste Muster ist eine Grenze, die nicht intraday nachzieht, weil Ihr Spielraum während des Tages dann fest bleibt.

So passen Sie Ihr Trading an das Modell an

Das Modell ändert nicht, ob Sie profitabel handeln. Es ändert, wie viel Puffer Sie einplanen müssen.

  1. Rechnen Sie vom schlimmsten Zwischenstand aus. Bei Equity-Modellen zählt nicht Ihr geplanter Stop, sondern der tiefste Punkt, den der Trade erreichen kann, inklusive Slippage.
  2. Summieren Sie offene Risiken. Legen Sie fest, wie viel schwebendes Minus über alle Positionen zusammen maximal erlaubt ist, zum Beispiel die Hälfte des Tageslimits.
  3. Setzen Sie Stops immer. Auch im Balance-Modell. Ein Trade ohne Stop kann die Grenze beim Schließen sprengen.
  4. Prüfen Sie den Reset-Zeitpunkt. Halten Sie Positionen über die Tagesgrenze, sollten Sie wissen, welcher Wert dann als neuer Referenzwert gilt.
  5. Verzichten Sie auf Verdoppelungsstrategien. Wer Verluste durch größere Positionen aufholen will, läuft in jedem Modell schneller an die Grenze. Warum das meist scheitert, zeigt unser Beitrag zu Martingale bei Prop Firms.

Checkliste: Diese Drawdown-Regeln prüfen Sie vor der Evaluation

Bevor Sie eine Evaluation kaufen, sollten Sie diese Fragen eindeutig beantworten können:

  • Basiert das Tageslimit auf Balance oder Equity?
  • Basiert das Gesamtlimit auf Balance oder Equity?
  • Ist die Grenze statisch, intraday trailing oder EOD?
  • Zu welcher Uhrzeit wird das Tageslimit zurückgesetzt, und in welcher Zeitzone?
  • Gibt es eine Konsistenzregel, die Ihre Auszahlung an die Verteilung Ihrer Gewinne knüpft?
  • Gibt es Mindesthandelstage?
  • Gelten im finanzierten Konto dieselben Regeln wie in der Evaluation?
  • Ab welcher Schwelle können Sie eine Auszahlung beantragen, und welcher Anteil geht an Sie?

Die komplette Vorbereitung Schritt für Schritt finden Sie in unserer Evaluation Checklist. Wie Gewinnziel, Split und Auszahlung zusammenspielen, erklärt unser Beitrag zum Profit Target bei Prop Firms.

Klare Drawdown-Regeln bei Profirms

Bei Profirms setzen wir auf ein End-of-Day-Drawdown-System. Die Max-Loss-Grenze wird zum Tagesende angepasst und zieht nie intraday nach. Ein Trade, der tagsüber ins Plus läuft und dann zurückkommt, schiebt Ihre Grenze also nicht nach oben.

Profirms

Dazu kommen Regeln, die wir bewusst einfach halten:

  • Keine Konsistenzregel und keine Mindesthandelstage.
  • 90 % jeder Auszahlung gehen an Sie, ab der ersten Auszahlung.
  • Einmalige Gebühr pro Evaluation, keine Aktivierungsgebühr, keine laufenden Kosten.
  • Dieselben Bedingungen von der Evaluation bis zum finanzierten Konto.
  • Programme für Futures, CFDs und Krypto, als 2-Step, 1-Step oder Instant.

Einige Beispiele aus unserer Preisliste: Die 25K Eval für Futures kostet einmalig 40 USD, die 50K Eval 60 USD und die 100K Eval 100 USD. Wer täglich auszahlen möchte, wählt das 25K-Daily-Konto für 60 USD. Im CFD-Bereich startet das 5K-2-Step-Konto bei 39 USD, im Krypto-Bereich das 10K-2-Step-Konto bei 49 USD. Alle Programme und Preise sehen Sie in der Profirms Preisübersicht, die genauen Limits je Programm in den CFD-Regeln, den Krypto-Regeln und den Auszahlungsregeln.

Gut zu wissen: Evaluations- und finanzierte Konten bei Profirms sind simulierte Konten. Unsere Handelsplattformen befinden sich derzeit in den finalen Prüfungen. Ihre Zugangsdaten erhalten Sie per E-Mail, sobald Ihr Konto eingerichtet ist, und jede Bestellung ist bis zur Zustellung der Zugangsdaten vollständig erstattbar. Trading bleibt mit Risiko verbunden, auch mit klaren Regeln.

Klare Drawdown-Regeln bei Profirms

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Balance und Equity?

Die Balance ist Ihr Kontostand aus allen geschlossenen Trades. Die Equity ist die Balance plus der schwebende Gewinn oder Verlust Ihrer offenen Positionen. Ohne offene Positionen sind beide Werte gleich.

Ist ein Balance-Drawdown besser als ein Equity-Drawdown?

Für die meisten Trader ist ein Balance-Drawdown leichter zu handhaben, weil kurze Ausschläge gegen eine offene Position das Limit nicht sofort verletzen. Die Grenze gilt trotzdem: Schließen Sie mit einem zu hohen Verlust, ist die Regel verletzt. Entscheidend ist, dass Ihre Positionsgröße zum Modell passt.

Zählen offene Trades beim Balance-Drawdown gar nicht?

Sie zählen, sobald Sie sie schließen. Solange ein Trade offen ist, verengt sein schwebender Verlust ein bilanzbasiertes Limit tagsüber nicht. Prüfen Sie zusätzlich, welcher Wert beim täglichen Reset als Referenz gilt, wenn Sie Positionen über Nacht halten.

Warum ist ein Drawdown von 50 % so schwer aufzuholen?

Nach 50 % Verlust ist nur noch die Hälfte des Kapitals übrig. Um wieder auf den Ausgangswert zu kommen, muss diese Hälfte um 100 % wachsen. Bei 10 % Verlust reichen dagegen rund 11,1 % Gewinn.

Wie funktioniert der Drawdown bei Profirms?

Profirms arbeitet mit einem End-of-Day-Drawdown. Die Max-Loss-Grenze wird zum Tagesende angepasst und zieht nie intraday nach. Es gibt keine Konsistenzregel und keine Mindesthandelstage, die genauen Limits je Programm stehen auf der Regelseite.

Quellen

Empfehlungen

Risk disclosure: Trading involves substantial risk of loss and is not suitable for every investor. Profirms runs simulated evaluation and funded trading programs, is not a broker-dealer or futures commission merchant and does not provide investment advice. Hypothetical or simulated performance results have inherent limitations, and no representation is made that any account will achieve profits or losses similar to those shown. Past performance is not indicative of future results.